Stellenplan der Timotheusgemeinde – übergemeindliche Zusammenarbeit

Red.

27. Apr. 2022

Informationen zur Stellenplanung 2023-28

Glauben gestalten in einem „Land ohne Gott“ – so der Titel der HAZ-Sonntagsbeilage vom 12./13. März 2022.
Die Überschrift charakterisiert in überspitzter Formulierung, dass immer mehr Menschen aus den großen Kirchen austreten und in absehbarer Zeit nur noch eine Minderheit der Bevölkerung religiös gebunden ist. Die evangelische Kirche in Deutschland verliert seit vielen Jahren insbesondere durch Austritte Mitglieder. Das trifft auch auf unsere Gemeinde zu. Einige wenige Zahlen belegen diese Entwicklung. Die Timotheusgemeinde hatte am 30.6.2011 1840, am 30.6.2015 1777 und am 20.6.2021 1541 Mitglieder. Weniger Mitglieder führen zu weniger Kirchensteuereinnahmen. Unsere Landeskirche reagiert darauf seit Jahren mit Einsparungen insbesondere im Personalbereich. Die Umsetzung der Einsparungen geschieht durch eine Stellen- und Finanzplanung in 6jährigen Planungszeiträumen. Der derzeitige Planungszeitraum umfasst die Jahre 2017 - 2022 und wird dann abgelöst durch den Planungszeitraum 2023- 2028.

Im Planungszeitraum 2017 - 2022 hat die Timotheusgemeinde eine 0,5 Pfarrstelle. Die Gemeinde hat aus Eigenmitteln diese Pfarrstelle um 25 Prozent aufgestockt. Unsere Pastorin, Frau Maczewski, steht mit 75 Prozent ihrer Arbeitskraft für die Gemeindearbeit zur Verfügung, mit weiteren 25 Prozent wird sie übergemeindlich eingesetzt.

Für den Planungszeitraum 2023-2028 ist für die Gemeinde weiterhin eine 0,5 Pfarrstelle vorgesehen. Der Kirchenvorstand hat beschlossen, auch in Zukunft die Pfarrstelle um 25 Prozent aufzustocken. Beabsichtigt ist auch, den Stellenumfang für Kirchenmusik und Pfarrsekretärin in bisherigem Umfang beizubehalten. Auch hier mussten wir bereits in der Vergangenheit Stellenanteile aus Eigenmitteln finanzieren. Es bleibt also alles so, wie es war? Das ist nicht ganz so. Die Kosten für die gemeindefinanzierten Stellenanteile werden steigen, nach Einschätzung des Kirchenvorstandes aber in einem Rahmen, der die Finanzkraft der Gemeinde nicht übersteigt.

Unabhängig von der Stellenplanung hat es 2020 für die gemeindliche Arbeit zwei einschneidende Änderungen gegeben mit dem Eintritt in den Ruhestand für Pastor Hennies und Pastor Krüger. Pastor Hennies ist in den letzten Jahren seiner Dienstzeit nicht für übergemeindliche Aufgaben herangezogen worden. Faktisch stand er zu 100 Prozent der Timotheusgemeinde zur Verfügung. Die Betreuung des Pflegeheims Dr. Wilkening und weitere Aufgaben in der Gemeinde hat Pastor Krüger erledigt – dieser zusätzliche Stellenanteil ist weggefallen. Im Ergebnis bedeutet das: Für die pfarramtliche Arbeit in der Timotheusgemeinde einschließlich der Betreuung des Pflegeheims Dr. Wilkening können wir nur eine 75-Prozent-Stelle einplanen. Dieser Einschnitt in die pfarramtliche Arbeit ist bisher noch nicht so deutlich geworden, weil coronabedingt die Gemeindearbeit nur eingeschränkt stattfindet. Wir sind aber gezwungen, für die Zukunft vorzusorgen und neue Wege zu gehen. Wir wollen deshalb die übergemeindliche Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Bugenhagen und Melanchton ausbauen und intensivieren. Hier ist vieles denkbar – gemeinsamer Gemeindebrief, gemeinsame Konfirmandenarbeit, Zusammenarbeit der Pfarrsekretariate, Regionalgottesdienste nicht nur zu Himmelsfahrt...

Die Gespräche über die Zusammenarbeit wollen wir angehen in der Erwartung, dass wir die gemeindliche Arbeit in gewohntem Umfang weiterführen können und dass der „Blick über den Tellerrand“ zu einer Bereicherung führt.

Für den Kirchenvorstand
Rolf Rosenkötter